Allerdings verstehe ich nicht, wieso du Manson mit “No Angels” auf eine Stufe stellst. Letztere haben nicht mal im Ansatz subversiv gewirkt/waren ein reines Kunstprodukt der MI, während Manson in den USA z.B. für Littleton verantwortlich gemacht, d.h. von den Mainstreammedien als “Böser Watz” dargestellt wurde und für zahlreiche (christliche) Organisationen nachwievor ein rotes Tuch ist. Ich würde sie nicht gleich setzen, aber es ist doch so, daß sich beide ein Image kreiren. Manson legt sich das Böse-Jungen-Image zu, um Platten zu verkaufen und nicht, um eine Message rüberzubringen oder gegen irgend was zu rebellieren. Die “No Angels” haben den Vorteil, daß jeder weiß, daß sie ein Kunstprodukt sind. Manson täuscht Authenzitität vor und ahmt im grunde nur Leute wie Alice Cooper nach, ebenso wie die Multimillionäre, die so tun, als ob sie straight out of the Ghetto rappen. Die Red Hot Chili Peppers zeigen ja auch, daß es anders geht. Wenn ich mich nicht irre, haben sie mittlerweile ein Good-Boy-Image, was ihrem Erfolg sogar Auftrieb gegeben hat. Klar gibt es härtere/bessere Musik, aber die Relationen sollten schon beachtet werden. Wie schon gesagt, für mich persönlich spielt das Image keine Rolle, gut ist, was gefällt. Authentizität ist in unserer medienübersättigten Zeit zuviel verlangt.
